Die Gesellschaft und der Kapitalismus zwingt den Menschen das Sisi-Syndrom auf. Sind wir nicht alle ein bissel Sissi?
Seitdem eine Werbeagentur aus Österreich zwecks Promotion das Sissi-Syndrom 1998 zum Leben erweckt hat, hält sich diese „nicht wissenschaftlich bewiesene“ Krankheit an der angeblich Sissi die Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn gelitten haben soll seit 10 Jahren nunmehr hartnäckig im Gespräch der Österreicher. Die Symptome sind exzessive Betätigungen um vor eigenen Problemen zu flüchten. In der Praxis sieht das dann so aus, dass man zum Beispiel jeden Tag das Fitness-Center besucht um vor seinen eigenen Ängsten davon zu radeln.
Oder eine andere denkbare Form sind die vielen begeisterten WoW’ler (World of Warcraft Online Spieler) die vielleicht in Wirklichkeit kleine oder große Sissi’s sind gleich nach der Schule und Arbeit zu Hause sitzen und mit anderen Sissi’s online zu raiden, grinden oder leveln. Vergessen wir nicht die Millionen Menschen die täglich ihre zweite, wenn auch virtuelle Welt „Second Life“ besuchen. Dort lassen sich sogar Kleider schneidern. Kam dort schon jemand auf die Idee sich zu kleiden wie die damalige Kaiserin Sissi? Das wäre originell! Wenn man online darauf angesprochen wird, warum man aussieht wie Sissi, dann ist dies wenigstens eine post-moderne Variante um seiner angeblichen Erkrankung entgegen zu treten.
Die Frage die ihr Menschen euch 10 Jahre danach stellen solltet, lautet: „Werden wir nicht durch die heutige Globalisierung und dessen entstehenden Kapitalismus förmlich dazu gedrängt an dem Sissi-Syndrome zu leiden? Macht uns die Gesellschaft zu einer Sissi?“
Welcher Mensch hat den bitte heute noch Zeit sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, ob man sich wohl fühlt oder nicht? Und viel wichtiger ist, wem kümmert das noch wie man sich fühlt? Die lieben Klischee-Menschen aus Amerika leben es allen anderen vor und das seit vielen Jahren. Dort brauchen viele bereits einen „besten Freund“, der Psychologe ist um mit seinen realen Problemen fertig zu werden. Warum? Weil sich sonst keiner dafür interessiert! Das ist die traurige Wahrheit!
Die Fun-Gesellschaft will Spiel, Spaß und Spannung. Hierfür kommen gerne Drogen ins Spiel, damit das alles so richtig schön flutscht. Abgesehen von dem illegalen Drogen-Missbrauch ist ja in den jungen Menschen-Jahren nichts dagegen zu sagen, wenn man sich so richtig „gescheit Ausleibt!“. Wenn man allerdings mit Ende-Zwanzig oder sogar Ende-Dreißig immer noch gerne „Auslebt“, dann sieht man wahrscheinlich mittlerweile schon ziemlich verlebt aus. Die Platinkarte für zwanzig Jahre Mitgliedschaft im Solarium um die Ecke, hat sich ausgezahlt – die Lederhaut eignet sich auch zum Tisch abwischen wenn dieser mal nass ist und kein Fetz’n in der Nähe ist.
Und der Rest der Gesellschaft die vernünftiger lebt leidet doch ebenfalls am Sissi-Syndrom. Warum? Weil man außer Arbeit nur noch Arbeit im Kopf hat. Entweder man arbeitet damit man sich endlich einen neuen HDTV-LCD oder Plasma TV leisten kann, oder man arbeitet den ganzen Tag, damit man sich den kommenden Schi-Urlaub leisten kann, der sowieso immer mindestens doppelt so teuer ist wie der Sommer-Urlaub. Oder man träumt vom eigenen Haus.
Die Statistiken belegen doch alle, dass Menschen die Langzeit-Arbeitslos sind mehr an Depressionen leiden als arbeitschaffende Menschen. Die hatten dann zwar die nötige Zeit um über ihre Probleme nachzudenken, jedoch nicht das nötige Geld um einen Psychologen aufzusuchen, den man nach nur einer Sitzung mit dem Vornamen bei seinen Freunden erwähnt, zu bezahlen um über seine Ängste zu sprechen.
Lasst Euch das mal gesagt sein liebe Menschen. Glaubt nicht jeden Blödsinn den ihr so hört. Heutzutage wird jeder Buh der einem Zwickt von irgendjemand konkretisiert und anschließend auf gut Glück therapiert.
In diesem Sinne einen schönen Abend wünscht,
Euer Hase ZOBIEZO
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Ein Kommentar
Schreibe einen Kommentar»Jawoohl, danke zobiezo das du mal klartext gesprochen hast! Weiter so!!!