Ich stehe wieder vor dem Spiegel und kämme mir meine Haare. Schon schon seit Wochen merke ich das immer mehr Haare auf dem Kamm hängen bleiben und im Waschbecken liegen.
Dabei denke ich immer an meinen Großvater und meinen Vater. Soweit ich mich zurückerinnern kann hatten sie beide Glatzen, ich kannte sie nicht anders. Werde ich den nun auch als Glatzenträger enden, mit 25 Jahren?
Gemerkt habe ich es als erstes an meinen Geheimratsecken.
Auf Familienfesten wurde ich immer angesprochen an den immer weniger werdenden Haaren und das das alles nur Vererbung sei - man kann doch so und so nichts dagegen machen!
Da ich im Autoverkauf arbeite, wurde mir immer bewusster, wie wichtig mir die Haare wurden.
Was denken die Kunden über mich wenn sie mich das erste mal sehen? Merken sie meine angehende Glatze schon? Wie alt schätzen sie mich?
Eines tages fand ich ein Prospekt im Briefkasten über ein Mittel gegen Haarausfall.
Der männliche Haarausfall nennt sich “androgenetische Alopezie” und kann trotz langjähriger Forschung nicht verhindert werden, nur verlangsamt…..weiter las ich gar nicht, schmiss es einfach in den Mistkübel.
Ein Kunde im Autogeschäft erzählte mir eines Tages, das sein Bruder vor einem Jahr eine Eigenhaartransplantation gemacht hatte. Das klang sehr interessant. Am Abend, als ich zu Hause ankam, setze ich mich gleich an den PC und fand im Internet eine Klinik die Eigenhaartransplantation machte.
Zu meiner großen Verwunderung stand da doch tatsächlich, das der erbliche Haarausfall bei Männern meistens ab dem 20. Lebensjahr beginnt.
Im ersten Moment war ich richtig schockiert! Sollte ich nicht der einzige im dem Alter sein der schon die Haare verliert? Es gibt andere Leidensgenossen? Irgendwie beruhigte mich das aber, muss ich zugeben.
Dann begann ich weiter zu lesen.
Bei einer Eigenhaartransplantation werden die noch vorhandenen Haare nach einem Plan so versetzt, das die kahlen Stellen nicht mehr zu erkennen waren.
Das heisst also, das es sich um eine Umverteilung der noch vorhandenen Haaren handelt.
Ich schloss die Augen und stellte mir vor wie das wohl aussehen konnte. Ich musste zu lachen beginnen, das Bild das ich mir davon machte kann man nicht beschreiben, es war einfach nur lustig!
Für mich war dieser Eingriff nicht vorstellbar, ich hatte Angst vor einem Eingriff.
Am nächsten Tag in der Früh sah ich, wie schon in den letzten Wochen, sehr viele Haare auf meinem Polster.
Irgend etwas musste endlich geschehen, so konnte es nicht weitergehen. Mein Haarausfall begann schon mein Leben zu beeinträchtigen.
Mir fiel ein das ich doch auch in die Apotheke gehen könnte,vielleicht haben die dort ein Mittel. Aber in die Apotheke in meiner Stadt traute ich mich nicht, ich schämte mich zu sehr.
Zwei Tage später fuhr ich in die nächste Stadt und besuchte die Apotheke um ein Beratungsgespräch zu führen wegen des Haarausfalles.
Der freundliche Apotheker stellte mir unter anderem Kapseln vor die die Ausleitung von Stoffwechselsäuren ankurbeln würden. Ich glaube aber auch an sowas nicht muss ich gestehen.
Neben der Apotheke war ein Frisör. Spontan beschloss ich hineinzugehen und mir eine neue Frisur zuzulegen.
Nach einer Stunde kam ich nach draussen und lächelte, war glücklich wie schon seit Wochen nicht mehr. Mir wurde eine Frisur verpasst die meine kahlen Stellen versteckten.
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