Noch nie galt gutes Aussehen soviel wie in der heutigen Zeit. Eine positive Ausstrahlung, ein angenehmes, gepflegtes Äußeres können sowohl für die Partnersuche als auch für den Beruf von entscheidender Bedeutung sein. Damit man gut aussieht und sympathischer wirkt, kann die richtige Frisur entscheidende Pluspunkte beim Gegenüber bringen. Hier kommt der Friseur ins Spiel, der durch seine Arbeit soviel Einfluss auf das Aussehen und Wohlbefinden seiner Kunden hat wie kein zweiter.
Die Geschichte des Friseurberufs ist eine lange. Bereits 3000 v. Chr gab es im alten Ägypten die ersten Friseurhandwerker. Später fand man auch dort die ersten Rezepturen für Haarfärbemittel wie beispielsweise „Henna“. Auch Rezepte für Haarentfernungsmitteln sowie Ratschläge zur Pflege der Haare und der Kopfhaut wurden schriftlich festgehalten.
Um das Jahr 1800 v. Chr. bildeten sich in Mesopotamien die ersten Barbierstände hervor. Barbiere (frz. barbe - Bart) waren damals jedoch mehr als nur für die Verschönerungen der Körperbehaarung zuständig. Sie zogen zudem auch Zähne, behandelten Wunden und ließen Patienten zur Ader. Barbiere und Bader übten in dieser Zeit noch die gleichen Tätigkeiten aus, die neben dem Rasieren und der Haarpflege der Kunden oftmals auch chirurgische Eingriffe beinhalteten. Bader erhielten ihren Namen aufgrund der Tatsache, dass sie in großer Zahl Badestuben zur Erholung eröffneten.
In den Jahren um 800 v. Chr. kamen auch Berufe wie die der Rasoren und Scherer auf, die in Klöstern ihrer Arbeit nachgingen.
Im Jahre 490 v. Chr. wurden dann die ersten richtigen Friseurschulen in Perikles gegründet.
Lange Zeit später, im 12. Jahrhundert, teilten sich die Berufe der Barbiere und Bader. Die Bader wurden zu einer einfachen Art von Ärzten und die Barbiere verschrieben sich zukünftig mehr der Körper- und Haarpflege. Zudem wurden auch immer neuere Gerätschaften für die Modellierung der Haare entwickelt, wie beispielsweise der Lockenbrennstab.
Der Beruf des Barbiers und Baders gewann zunehmend mehr Achtung unter den einfachen Bürgern sowie in den Adelshäusern. Es bildeten sich Zünfte und immer mehr Menschen nutzten ihre Dienste.
Seit dem 16. Jahrhundert brachte die Perückenmode ein neues Licht in die Welt der Frisuren. Es wurden Stände und später auch Verbände gegründet sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Berufe der Barbiere und Bader geschaffen.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich das moderne Friseurhandwerk heraus. Jedoch kamen damals die Friseure größtenteils direkt nach Hause zu den Kunden. Erfindungen wie der Föhn, die Dauerwelle, der elektrische Rasierapparate und die Arbeit mit Wasserstoffperoxyd entwickelten den Friseurberuf immer weiter und sorgten somit auch für mehr Kundschaft.
Die Arbeit eines Friseurs stellt unterschiedliche Anforderungen an den Ausführenden. Er muss für diesen Beruf Kreativität, ein gutes Vorstellungsvermögen, Ausdauer sowie eine Unempflindlichkeit gegenüber den verschiedenen Chemikalien, mit denen er bei der Haarbehandlung arbeiten muss, mitbringen. Zudem sollte sich der Friseur darauf verstehen, jeden Kunden individuell beraten, auf ihn eingehen und ihn „unterhalten“ zu können, sofern dieser das wünscht.
Zu den Aufgaben des Friseurs zählt, neben der generell im Voraus stattfindenden Beratung des Kunden, das Waschen, Schneiden und Föhnen der Haare sowie Haarbehandlung wie das Färben, Tönen der Haare.
Darüber hinaus sind Techniken wie das Einarbeiten von Dauerwellen, Volumenwellen etc. in die Haare keine Verfahren, die von Laien durchgeführt werden sollten. Eine noch recht neue Methode der Haarverschönerung ist die Haarverlängerung sowie Haarverdichtung.
Neben diesen Leistungen bietet der Friseur dem Kunden auch Typ- und Farbberatungen an sowie Maniküre- und Pedikürebehandlungen. Viele Friseure arbeiten auch gleichzeitig als Visagisten. Heute gibt es für den Beruf des Friseurs viele Möglichkeiten der Weiterbildung, um somit im Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt qualifiziert zu bleiben.
Zu Beginn der Friseursalons gab es für Männer und Frauen noch getrennte Salons. Heute gibt es das nur noch selten. Man findet auch immer mehr Geschäfte, die mit Angeboten wie „Cut ‘n’ Go“ für 10 Euro dem Kunden einen Haarschnitt inklusive Haarwäsche bieten und das anschließende Föhnen dem Kunden selbst überlassen wird. Dieses Geschäftsmodell lockt immer mehr Kundschaft in die Läden, da es günstig ist und schnell geht.
Früher waren der Beruf des Baders und des Barbiers und später des Friseurs eher Männern vorbehalten. Erst im Laufe der Zeit gab es auch immer mehr Frauen, die sich diesem Beruf verschrieben. Heute gibt es viele junge Leute, Männer wie Frauen, die sich für das Berufsbild des Friseurs und/oder Visagisten interessieren. Auch wenn die Bezahlung verhältnismäßig schlecht ist, so kann man es doch schaffen, sich durch viel Fleiß und Talent in diesem Beruf einen Namen zu machen.
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