Gerade hatten wir noch über Fälle von Hühnergrippe diskutiert, im Fernsehen wurden uns unzählige Bilder davon gezeigt, wie die vermeintlich erkrankten Tiere “beseitigt” wurden. Hätten wir uns nicht eigentlich erst einmal eine Erholungsphase verdient - so rein seelisch und moralisch, eben was solche Nachrichten anbelangt?
Scheinbar nicht, denn in den Medien überschlagen sich neue Meldungen. Die Hühner sind in den Hintergrund gerückt - topaktuell nun die News über die Schweinegrippe. Ausgebrochen in Mexico - erste Verdachtsfälle über infizierte Menschen dort machen die Runde, bestätigen sich letztlich. Mexico ist weit weg - dennoch sind wir bestürzt, empfinden ehrliches Mitleid mit Mensch und Tier.
Doch seit es Flugzeuge gibt, ist Mexico nicht mehr wirklich weit weg, sondern ganz nah. Nah an jedem anderen Land und vor allem auch nah an Deutschland. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit, als wir in den Nachrichten weiter erfahren, dass nunmehr auch in Deutschland Menschen an der Schweinegrippe erkrankt sind. Mexico-Urlauber, die nach Hause zurückgekehrt sind.
Die News klären uns weiter darüber auf, dass -nachdem einige Urlauber mit ähnlichen Symptomen wie bei einer Influenza in diverse Krankenhäuser in Deutschland eingeliefert worden waren- bei einer jungen Frau tatsächlich der Virus nachgewiesen werden konnte. Ein neuer Name prägt sich uns ein: Virus A/H1N1.
Es ist nicht wirklich eine Erleichterung für uns, dass in anderen Krankheitsfällen die Patienten wieder auf dem Weg der Besserung sind, so sehr wir uns für diese auch freuen.
Während ähnliche Meldungen aus anderen Ländern hier bekannt werden, dringen weitere Hiobsbotschaften an unser Ohr, die sich in Stichpunkten bei uns einprägen: Weltweite Epidemie, schnelle Ausbreitung in Deutschland, Dunkelziffer hoch, unzureichender Vorrat an Medikamenten.
Nachdem wir zu allem Übel noch erfahren, dass das Virus sich jederzeit schnell noch verändern und aggressiver werden kann, versucht man gleichzeitig, uns mit Aussagen zu beruhigen, dass das Virus eigentlich relativ harmlos ist, sich zudem doch nicht so schnell ausbreiten würde wie zunächst angenommen.
Immerhin werden weitere Urlaubsheimkehrer aus Mexico nun direkt noch auf dem Flughafengelände abgecheckt, sollten sie entsprechende Symptome aufweisen, würden betreffende Patienten unmittelbar zu einer Isolierstation weitergeleitet.
Doch auch dies ist noch lange kein Grund, wenigstens etwas aufzuatmen, denn jetzt lässt uns eine Meldung aus den USA aufhorchen die besagt, dass die Zahl der Infizierten dort gestiegen ist, jedoch sich nicht alle Erkrankten in Mexico angesteckt hätten, sondern vielmehr erst in den USA.
Sollte es uns tatsächlich ermuntern, dass nunmehr erste Isolate des Virus im Labor gezüchtet werden konnten, die als Grundlage für einen Impfstoff dienen können?
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